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Workshopdaten

Relevanz regionaler Aktivitäten für Hochschulen und das Wissenschaftssystem

Fraunhofer-Institut für
System- und Innovationsforschung ISI

Workshop des Competence Centers "Politik und Regionen" am 20. November 2012 in Berlin

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe hat am 20.11.2012 einen Workshop zum Thema "Relevanz regionaler Aktivitäten für Hochschulen und das Wissenschaftssystem" organisiert.

Seit Ende der 1990er Jahre sehen sich die deutschen Hochschulen mit einer wesentlichen Veränderung der Rahmenbedingungen ihres strategischen Handelns konfrontiert. Durch die Zuweisung von Wissens- und Technologietransfer als dritte zentrale Aufgabe neben Forschung und Lehre sowie den vermehrten Rückzug zentraler staatlicher Steuerung, hat die Dimension der regionalen Vernetzung im Prozess der individuellen Strategiebildung einzelner Hochschulen an Bedeutung gewonnen. In diesem Zusammenhang wird die "dritte Rolle" von Hochschulen, d.h. ihr aktiver Beitrag zur Regionalentwicklung durch Wissensspillover aus Lehre und Forschungsaktivitäten, diskutiert.

Der Aspekt der regionalen Vernetzung erfährt eine Neubewertung im Rahmen der strategischen Planung von Hochschulen, die es auch aus wissenschaftspolitischer Perspektive zu berücksichtigen gilt. Vernetzungsaktivitäten sind für universitäre Akteure aus mindestens zwei Perspektiven strategisch interessant, die durchaus auch in Kombination von Bedeutung sind. Einerseits können sie eine vorteilhafte Positionierung einzelner Fachvertreter oder Disziplinen innerhalb der universitären Selbstverwaltung ermöglichen. Denn selbst wenn ein unmittelbarer wissenschaftlicher Mehrwert eingangs noch unsicher erscheint, erschließen regionale Vernetzungsaktivitäten von Hochschulangehörigen unter Umständen zusätzliche Fördermittel, schaffen Sichtbarkeit und verbessern die wissenschaftspolitischen Handlungsoptionen der Leitung der Hochschule. Andererseits kann die Verfügbarkeit zusätzlicher Ressourcen zum Zwecke der regionalen Vernetzung die Realisierung wissenschaftlicher Kooperationsvorhaben erleichtern.

In den Jahren 2011 und 2012 führte das Fraunhofer ISI im Rahmen des BMBF Förderschwerpunktes "Neue Governance der Wissenschaft" eine breit angelegte Untersuchung zu dieser Thematik durch. Hierbei standen nicht nur die klassischen Aspekte wie Technologietransfer oder Forschungskooperationen im Zentrum, sondern auch andere Formen der regionalen Zusammenarbeit, z.B. im Bereich der Lehre und der politischen Strategieentwicklung. Mittels einer Befragung aller deutschen Hochschullehrer, Dekane, Rektoren und Präsidenten sowie in zehn interviewbasierten Fallstudien konnte dabei eine in dieser Breite bislang nicht verfügbare Informationsbasis zusammengestellt und ausgewertet werden.

Die Ergebnisse wurden auf dem Workshop präsentiert und Konzepte zur Nutzung der Potenziale regionalen Engagements sowie innovative Formen der Mitgestaltung regionaler Entwicklung durch Hochschulen diskutiert.

Die Vortragsfolien finden Sie hier:

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