Projekt

Fraunhofer-Institut für
System- und Innovationsforschung ISI

Die Europäische Robotik-Initiative zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittelständischer Produktionsbetriebe

Ausgangssituation

In der EU sind mehr als 228.000 kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) des produzierenden Gewerbes ein entscheidender Faktor für Europas Wettbewerbsfähigkeit, sowie zur Schaffung von Wohlstand und Beschäftigung. Derzeit existierende Automatisierungstechnologien wurden für großvolumige Herstellungsprozesse entwickelt. Es sind teure und komplexe Systeme, die üblicherweise nicht für den Einsatz in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU; englisch: small and medium sized enterprises, SME) in Frage kommen. Um im Wettbewerb zu bestehen, bleibt den KMU nur die Wahl zwischen oftmals wenig angepassten Automatisierungslösungen oder drastischen Lohnsenkungen. Durch das EU-Forschungsprojekt SMErobot soll den Unternehmen ein preisgünstiger Ausweg aus dieser "Automatisierungsfalle" geboten werden. Das Konsortium wird einen völlig neuen Typ von Robotersystem entwickeln, der im Produktionsprozess von KMU eingesetzt werden soll.

Ziele

Angepasst an die typischen Einsatzfelder kleiner und mittelständischer Produktionsbetriebe werden in SMErobot grundlegend neue Automatisierungslösungen entwickelt, die auf einer neuen Generation von Industrierobotersystemen basieren:

  • Technologische Entwicklung von KMU Robotersystemen, die sich gleitend an unterschiedliche Automatisierungsgrade anpassen lassen, und das bei einem Drittel der heutigen Gesamtsystemkosten
  • Neue Geschäftsmodelle schaffen Möglichkeiten zur Finanzierung und zum Betrieb von Automatisierungslösungen, auch bei variabler, unsicherer Stückzahl, kurzer Produktlebensdauer und einfacher Qualifikation des Personals.
  • Die Wertschöpfungskette von der Einsatzplanung über den Betrieb bis zur Instandhaltung wird im Hinblick auf den Bedarf mittelständischer Endanwender gestrafft.

Innovationen

Für Automatisierungslösungen in kleinerem Maßstab sind grundlegende Innovationen notwendig. Es werden neue Roboterkinematiken und –komponenten, neue Anlagentechnologien sowie neue Kalibrierungs- und Programmiermethoden entwickelt, um folgende Innovationen zu realisieren:

  • Roboter, die in der Lage sind menschliche Anweisungen auszuführen (geleitet durch Stimme, Gestiken, Grafiken)
  • Sichere und produktive Technologien für die Interaktion von Robotern und Menschen in einer gemeinsamen Arbeitsumgebung
  • Roboteranlagen, die innerhalb von 3 Tagen installiert und in Betrieb genommen werden können.

Nutzen

In enger Kooperation mit Systemtechnikern und Endnutzern werden voll funktionsfähige Prototypen in realen KMU-Umgebungen verschiedener Branchen eingesetzt. Schulungen und Lehrgänge werden auf den Ebenen vom Forscher bis zum Endanwender durchgeführt. Die breit gefächerte Zusammensetzung des Konsortiums ermöglicht die strategische Bündelung von Standardisierungsaktivitäten, mit dem Ziel, den europäischen Einfluss auf weltweite Automatisierungsstandards zu maximieren.

Die Rolle des ISI

  • Bewertung der sozio–ökonomischen Auswirkungen der entwickelten technischen Lösungen für verschiedene KMU Endanwender  
  • Entwicklung und Analyse der Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle für produzierende KMU Anwender unter Einbeziehung der entwickelten technischen Lösungen und zukünftigen Entwicklungen ( technology and market roadmaps ).
  • Innovative Business Pläne für Roboterhersteller und Systemintegratoren
  • Präsentation der Business Pläne und technischen Projektergebnisse auf einer road show

Konsortium

Zum ersten Mal haben sich die fünf größten europäischen Roboterhersteller im Projekt SMErobot zusammengeschlossen, um eng mit den Herstellern von Schlüsselkomponenten, fünf führenden Forschungsinstituten und Universitäten sowie mit Beratern für interdisziplinäres FuE, Öffentlichkeitsarbeit und Schulungsprogramme zusammenzuarbeiten. Das Projekt wird vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) koordiniert und zusammen mit der GPS Gesellschaft für Produktionssysteme GmbH geleitet. Zentraler Aspekt des Projekts ist die Einbindung von KMU in die Arbeit und Struktur des Konsortiums. Zu diesem Zweck wurde die SMEEIG, eine Europäische Wirtschaftliche Interessenvereinigung, gegründet, in der sich die KMU zusammenschließen. Die SMEEIG wird von Pro Support B.V., Niederlande, geleitet.

  • Das Projekt ist auf 4 Jahre ausgelegt. Projektstart war am 1. März 2005
  • SMErobot ist ein integriertes Projekt, gefördert im 6. Rahmenprogramm der Europäischen Union (FP6) unter der Fördernummer 011838

Status

laufend

Auftraggeber

EU DG Research

Partner


IPA, ITIA, DLR, Prospektiv, KUKA, ABB, REISS, COMAU, GÜDEL etc.

Publikationen

noch keine

Bitte besuchen Sie auch die Website des Projekts: http://www.smerobot.org