Projekt

Fraunhofer-Institut für
System- und Innovationsforschung ISI

Next Generation Production Systems (NEXT)

Next Generation Production Systems war ein von der EU gefördertes Projekt mit dem Ziel, die nächste Werkzeugmaschinengeneration zu entwerfen und prototypisch zu realisieren. In diesem Projekt kooperierten 24 Partner aus 8 europäischen Ländern. Diese Partner repräsentieren industrielle Hersteller und Anwender von Produktionssystemen ebenso wie einschlägig ausgewiesene Forschungsinstitute, Verbände und Umsetzungsträger. Das Projekt begann im September 2005 und schloss seine Arbeiten im Oktober 2009 ab.

Neben technischen Innovationen für die Werkzeugmaschine wurden in einem Teil des NEXT Projektes auch neue Geschäftsmodelle für Werkzeugmaschinenhersteller entwickelt und bewertet. Die hierfür vorgesehenen Arbeiten wurden federführend von dem italienischen Institut ITIA und dem Fraunhofer ISI durchgeführt und betreut. Ausgangspunkt der Entwicklungsarbeiten war hier die Feststellung, dass die Hersteller von Werkzeugmaschinen zukünftig neben der Entwicklung, dem Bau und der Vermarktung von Maschinen für einen Teil ihrer Kunden zusätzliche Aufgaben erfüllen müssen, um der Kundennachfrage nachzukommen und um Konkurrenten aus Billiglohnländern abzuwehren. Zu solchen neuen Aufgaben zählen die Unterstützung der Kunden in der Nutzung der Maschinen durch die Bereitstellung von Service- und Produktionspersonal, das Angebot innovativer Finanzierungslösungen, die zyklische Modernisierung der Anlagen wie auch die Rücknahme der Maschinen. Das am weitesten reichende neue Geschäftsmodell könnte vorsehen, dass der Kunde künftig die Maschinen nicht mehr kauft und damit produziert, sondern dass der Hersteller die Maschinen betreibt und vom Kunden für die hergestellten Werkstücke bezahlt wird (pay-on-production).

Die mit derartigen Geschäftsmodellen bislang durch Vorreiterfirmen gesammelten Erfahrungen wurden in einem ersten Arbeitsschritt gesammelt und ausgewertet. Hierzu dienten Fallstudien bei Werkzeugmaschinenherstellern insbesondere in den europäischen Ländern, die über eine leistungsfähige Werkzeugmaschinenindustrie verfügen wie Deutschland, Italien, die Schweiz und Spanien. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen wurden Geschäftsmodelle entworfen, die für unterschiedliche Bedarfssituationen jeweils angemessene Lösungen darstellen und für Hersteller von Werkzeugmaschinen und deren Kunden Win-win-Situationen eröffnen. Um die Verwirklichung solcher Geschäftsmodelle zu unterstützen, wurden Instrumente entwickelt, die den Werkzeugmaschinenherstellern u. a. dabei helfen sollen, die Auslegung der Werkzeugmaschinen auf die neuen Geschäftsmodelle anzupassen (Technical Guidelines, Technical Configurator), das Risiko solcher neuen Geschäftsmodelle zu verringern oder kooperative Formen der Zusammenarbeit zwischen Werkzeugmaschinenhersteller, Kunden und weiteren Partnern wie z.B. Banken zu gestalten (Methodology to select Cooperation Scenarios, Financial and Organizational Guidelines). Nicht zuletzt wurden bei ausgewählten Industriepartnern in diesem Arbeitsschwerpunkt des NEXT Projektes Business Pläne zur Realisierung derartiger innovativer Geschäftsmodelle entwickelt.

Status

Abgeschlossen

Auftraggeber

Kommission der Europäischen Gemeinschaften

Partner

Fatronik (Spanien), ITIA (Italien), CECIMO (Belgien), MAG (Deutschland) und weitere Partner

Publikationen

Copani, Giacomo; Marvulli, Silvia; Lay, Gunter; Biege, Sabine; Buschak, Daniela (2010): “Business model innovation paths and success in the machine tool industry”, in: Sakao, Tomohiko; Larsson, Tobias; Lindahl, Mattias (eds.): Industrial Product-Service Systems (IPS2) - Proceedings of the 2nd CIRP IPS2 Conference, pp. 437-444.

Lay, G.; Biege, S.; Buschak, D., Copani, G., Marvulli, S.: “Early Stage Assessment of Service-based Business Concepts”, ”, in: Sakao, Tomohiko; Larsson, Tobias; Lindahl, Mattias (eds.): Industrial Product-Service Systems (IPS2) - Proceedings of the 2nd CIRP IPS2 Conference, pp. 253-260.

Lay, Gunter; Schröter, Marcus; Biege, Sabine (2009): “Service based business concepts: A typology for Business-to-Business-markets”, European Management Journal, 27 (6), pp. 442-455.

Lay, Gunter; Schröter, Marcus; Armbruster, Heidi (2009): “TCO als Ausgangspunkt für die Entwicklung dienstleistungsbasierter Geschäftsmodelle in der Investitionsgüterindustrie”, In: Schweiger, S. (Hrsg.): Lebenszykluskosten optimieren. Paradigmenwechsel für Anbieter und Nutzer von Investitionsgütern, Gabler, Wiesbaden, 2009.

Biege, Sabine; Copani, Giacomo; Lay, Gunter; Marvulli, Silvia; Schröter, Marcus (2009): “Innovative Service-Based Business Concepts for the Machine Tool Building Industry”, In: Roy, Rajkumar; Essam, Shehab (eds.): Industrial Product-Service Systems (IPS2) - Proceedings of the 1st CIRP IPS2 Conference, pp. 173-179.

Biege, Sabine; Lay, Gunter; Buschak, Daniela (2008): „Mapping Service Processes in Manufacturing Companies“, Proceedings of "The 3rd World Conference on Production and Operations Management", POM TOKYO 2008 “Manufacturing Fundamentals: Necessity and Sufficiency”, August 5-8, 2008, Tokyo, Japan, pp. 2016-2030.

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